Aktuell gesperrt
| Strecke / Stelle | Was & warum | Bis wann |
|---|---|---|
| B199 Tannheimer Straße, Weißenbach am Lech – Schattwald (Grenze Oberjoch) | Auf der Standardrunde vom Oberjoch ins Tannheimer Tal gilt ein Fahrverbot für Motorräder mit einem Standgeräusch (Nahfeldpegel) über 95 dB(A) laut Zulassungsschein. Das Land Tirol verordnet es jedes Jahr vom 15. April bis 31. Oktober, Ausnahmen für Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr gibt es nicht. | 15. April bis 31. Oktober |
| B198 Lechtalstraße, Steeg – Weißenbach am Lech | Auch die Lechtalstraße fällt unter das Tiroler Fahrverbot für Motorräder mit über 95 dB(A) Standgeräusch. Es gilt jährlich vom 15. April bis 31. Oktober im Bezirk Reutte. | 15. April bis 31. Oktober |
| L21 Berwang-Namloser Straße, Bichlbach – Stanzach, und L266 Bschlaber Straße, Elmen – Pfafflar | Die beiden Verbindungsstraßen im Bezirk Reutte sind für Motorräder mit über 95 dB(A) Standgeräusch gesperrt. Das Land Tirol verordnet das Verbot jährlich vom 15. April bis 31. Oktober. | 15. April bis 31. Oktober |
| L246/L72 Hahntennjochstraße, Imst – Elmen | Die Passstraße ist jeden Winter gesperrt. Die Straßenmeisterei Zams des Landes Tirol gibt sie erst nach der Räumung und der Freigabe durch die Lawinenkommission wieder frei, 2025 am 25. April. In der Saison gilt dort zusätzlich das Fahrverbot für Motorräder über 95 dB(A). | Wintersperre bis ins Frühjahr |
Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Streckenzustand auf Jochstraße, Riedbergpass und den Allgäuer Bundesstraßen
Das Allgäu vereint auf engem Raum einige der bekanntesten Bergstrecken Deutschlands. Zwischen Bodensee und Tirol liegen Pässe mit weiter Aussicht und hohem fahrerischem Anspruch. Herzstück vieler Touren ist die Jochstraße über den Oberjochpass, ein Abschnitt der Bundesstraße 308. Zwischen Bad Hindelang und Oberjoch überwindet sie rund 300 Höhenmeter und gilt mit ihren Kehren als kurvenreichste Bundesstraße Deutschlands; die Zählung schwankt je nach Quelle zwischen 106 und 107 Kurven. Markant sind vor allem die engen Spitzkehren, mit denen sich die Straße aus dem Ostrachtal hinaufwindet. Die alte Trasse wurde von 1895 bis 1900 als befahrbare Gebirgsstraße neu angelegt; die B308 bildet heute den westlichen Teil der Deutschen Alpenstraße und führt von Lindau am Bodensee über Oberstaufen und Sonthofen bis zur deutsch-österreichischen Grenze am Oberjoch.

Auf der Jochstraße ist die Kombination aus engen Radien, wechselnder Steigung und Gegenverkehr die eigentliche Herausforderung. Wer den Pass zum ersten Mal fährt, sollte den Schwung in den Spitzkehren nicht überschätzen: Die Kurven sind teils sehr eng, und in der Innenkurve verschieben Reisebusse und Wohnmobile gern die Linie. An schönen Wochenenden ist der Verkehr dicht, Überholen in den Kehren ist riskant. Der Belag ist in der Regel gut, an den Innenrändern der Kehren sammeln sich aber gerne Splitt und Rollkies, vor allem im Frühjahr kurz nach der Schneeschmelze.
Der zweite große Name im Oberallgäu ist der Riedbergpass. Mit einem höchsten Punkt der Passstraße bei rund 1406 Metern über Normalhöhennull ist er der höchste asphaltierte Gebirgspass Deutschlands. Die Straße verläuft als Kreisstraße OA 9 zwischen Obermaiselstein und Balderschwang, in der weiteren Linie von Fischen kommend, und überquert den Höhenrücken nahe dem Riedberger Horn (1787 m). Eröffnet wurde die Passstraße 1961. Fahrerisch fordert sie volle Aufmerksamkeit: Die Rampen erreichen Steigungen von bis zu 16 Prozent, über längere Stücke bleibt die Steigung zweistellig. Das verlangt sauberes Anfahren in den engen Kehren, und bei Nässe dreht das Hinterrad an den steilen Passagen leicht durch. Der Pass ist normalerweise ganzjährig befahrbar, bei starkem Schneefall im Winter kann er kurzfristig gesperrt werden.
Die wichtigsten Zubringer im Oberallgäu sind die Bundesstraßen B19, B309 und B310. Die B19 ist die zentrale Nord-Süd-Achse von Kempten über Immenstadt und Sonthofen nach Oberstdorf und weiter Richtung österreichische Grenze; sie trägt fast jede Tour ins südliche Oberallgäu. Zwischen Sonthofen und Oberstdorf laufen seit 2026 größere Bauarbeiten mit halbseitigen Sperrungen, dort kosten Ampelregelungen Zeit. Die B309 und B310 erschließen den Raum um Nesselwang, Oy-Mittelberg und Wertach und verbinden das Allgäu mit der Region Richtung Füssen und Reutte.

Ein eigenes Thema im Allgäu sind Lärm- und Tempokontrollen. Die beliebten Motorradstrecken sind zugleich Lärm-Brennpunkte für die Anwohner; genannt werden immer wieder Oberjoch, Riedbergpass und Balderschwang. Die Polizei führt auf diesen Routen gezielte Motorradkontrollen durch, bei denen neben Geschwindigkeit auch Lautstärke und technische Veränderungen geprüft werden; in der Vergangenheit wurden dabei auch Maschinen sichergestellt. Am Fuß des Riedbergpasses in Obermaiselstein und in Balderschwang stehen im Rahmen der ADAC-Aktion „Leise kommt an" elektronische Lärmdisplays und Hinweisschilder. Temporäre Streckensperrungen und Tempolimits an einzelnen Wochenenden werden von den Behörden wiederholt diskutiert; welche Maßnahmen gelten, ändert sich von Saison zu Saison. Wer mit gedrosseltem Gasgriff und legaler Anlage fährt, hält die Strecken offen.
Maut, Vignette & Grenzübertritt nach Österreich
In Deutschland gibt es für Motorräder und Pkw keine Maut. Die bekannten Allgäuer Passstraßen sind mautfrei, sowohl der Riedbergpass, die höchste durchgehend befahrbare Passstraße Deutschlands, als auch die Jochstraße über den Oberjoch auf der B308 mit ihren Kehren. Wer das Allgäu nicht verlässt, braucht keine Vignette.
Beim Grenzübertritt nach Österreich – etwa ins Tannheimer Tal, nach Tirol oder in den Bregenzerwald – gelten andere Regeln:
- Vignette: Auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen besteht Vignettenpflicht, wahlweise als Klebevignette oder als digitale Vignette. Einzelne kurze Zufahrten wie ins Tannheimer Tal sind teils vignettenfrei erreichbar.
- Sondermaut: Zusätzlich zur Vignette ist auf einzelnen Tiroler Alpenstraßen eine gesonderte Maut fällig.
- Lärmgrenze: In Österreich gilt eine Lärmgrenze von 95 dB(A). In einzelnen Tiroler Bezirken gibt es gezielte Motorradkontrollen und Streckensperren für laute Maschinen.
- Tempolimits und Promille: Innerorts 50, auf Freilandstraßen 100 und auf der Autobahn 130 km/h; die Promillegrenze liegt bei 0,5.
- Pannenhilfe: Der österreichische Pannendienst ÖAMTC ist unter 120 erreichbar.